B7: Partizipation der Bierdeckel

Die klassische Eck-Kneipe – obwohl vom Aussterben bedroht – ist eine Welt mit eigenen sozialen Regeln. Es entstehen Gespräche, die nur in einer Atmosphäre der Kneipenkultur möglich sind, unabhängig von sozialer Herkunft oder dem beruflichen Leben ihrer Teilnehmer. Es werden freie Gedanken geäußert und Optionen eröffnet, die am nächsten Morgen für alle Zeiten passé sind.
Das Projekt „Wuppertal, Bier müssen mal reden …“ versuchte diese zwanglosen Gedanken einzufangen, sie in kurzer Form und für zwei Tage sichtbar zu machen. Entsprechend der Szenerie einer Kneipe konnten die Besucher bei der B7-Eröffnung auf einem Bierdeckel die positive Antwort auf ein Wuppertaler Vorurteil, einen bekannten Spruch oder ein negativ konotiertes Klischee zur Stadt aufschreiben. Es ging darum, plakativ darauf aufmerksam zu machen, was die positiven Seiten der Stadt sind und das Potential einer geschichtsträchtigen Stadt wie Wuppertal aufzuzeigen. Denn kein Reim, kein Vorurteil und kein Spruch beschreibt eine Stadt umfassend. So wurden flüchtige Gedanken der Nacht, mit Ansichten der Bürger einer Stadt und über sie, für wenige Stunden für die gesamte Stadtgesellschaft sichtbar.
Simon Schwerhoff

Fotos: Simon Schwerhoff